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Matratzen reinigen und pflegen

Matratzen reinigen und pflegen

Durchschnittlich verbringen wir Menschen gut ein Drittel unseres Lebens im Bett und möchten uns dort so richtig wohl fühlen und ausschlafen. Schließlich ist erholsamer Schlaf wichtig für den gesamten Organismus eines Menschen. Die Matratze spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Tatsache, dass sich im Inneren der Matratze mit der Zeit Milben aufhalten, lässt sich leider nicht vermeiden, zumal abgesonderte Hautschuppen, Haare, Schweiß und Staub ein idealer Nährboden für die winzigen Hausstaubmilben sind. Ein weiteres sichtbares und hygienisches Problem können durch Kaffee, Blut, Urin oder Erbrochenes entstandene Flecken in der Matratze verursachen. Ob nun durch ein Frühstück im Bett, Nasenbluten in der Nacht, ein Missgeschick bei Kindern im Verlauf des Trockenwerdens, Inkontinenz oder einer Magen-Darm-Grippe.

Matratzen reinigen und pflegenWie auch immer, in jedem Fall sollte man neben einer guten Qualität und einem hohen Schlafkomfort auch großen Wert auf die Sauberkeit der Matratze legen und diese regelmäßig reinigen und richtig pflegen. Nur so kann man Milben, Keimen und Bakterien in der Matratze entgegenwirken und eventuell dadurch entstehenden gesundheitlichen Risiken wie Allergien, Atembeschwerden oder Hautreizungen vorbeugen. Doch wie reinigt man eine Matratze richtig und wie kann man Kaffeeflecken, Blutflecken, Urinflecken oder Erbrochenes von der Matratze entfernen?

Tipp: Als Matratzen-Schutz eine Molton Spannauflage verwenden

Damit erst gar keine oder zumindest nicht so viele abgestorbene Hautschüppchen, Haare, Schweißrückstände, Staubpartikel oder auch sonstiger Schmutz direkt auf bzw. in die Matratze gelangen, von Anfang an eine Moltonauflage zwischen der Matratze und dem Spannbettlaken anbringen. Zugleich kann man mit der Molton-Auflage die Matratze vor Erbrochenem, Urin-, Kaffee- oder Blutflecken schützen. Den Matratzenschoner dann am besten immer beim Bettwäsche abziehen ebenfalls vorsichtig abnehmen und so zusammenrollen, dass alle Partikel in der Matratzenauflage bleiben. Das Molton dann im Freien ausschütteln und danach möglichst bei 95 Grad, sonst mind. bei 60 Grad (je nach Waschanleitung) waschen.
Fürs Kinderbett oder bei Inkontinenz ist ein wasserdichter Matratzenschutz (Inkontinenzunterlage bzw. Inkontinenzauflage) optimal.

Reinigung und Pflege der Matratze

In der Regel haben Matratzen eine Lebensdauer von 8 – 10 Jahren, denn nach diesem Zeitraum weist jedes Material gewisse Verschleißerscheinungen auf, egal ob bei einer Kaltschaum-, Latex oder Federkern Matratze. Ein weiterer Aspekt ist gerade die Hygiene.
Doch damit man eine Matratze überhaupt getrost so lange gebrauchen kann, ohne dass es durch den Kot der Hausstaubmilben zu allergischen Reaktionen kommt, die Matratze schlechte Gerüche an sich hat oder durch Fleckenränder einfach nur unappetitlich wirkt, sollte man sich bei der Reinigung und Pflege von Matratzen an bestimmte Regeln halten.

Hier einige Pflegetipps:

Grundreinigung der Matratze

Empfohlen wird, die Matratze regelmäßig mindestens alle vier Wochen seitlich ans offene Fenster zu stellen, so dass sie gut auslüften und durchtrocknen kann, danach absaugen und wieder ins Bettgestell legen.

Ideal ist es natürlich, wenn man die Möglichkeit hat, die Matratze zweimal jährlich, z. B. beim Frühjahrsputz und an einem schönen Tag im Herbst, irgendwo draußen an der frischen Luft im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon sorgfältig durchlüften zu lassen. Dann nach mehreren Stunden lüften die Matratze mit einem Teppichklopfer behutsam etwas ausklopfen und anschließend ausbürsten oder mit dem Staubsauger und einer Polsterdüse rundherum gründlich absaugen.

Ebenfalls kann man die Matratze mit einem Dampfreiniger säubern. Am besten sollte man dies aber früh morgens erledigen, damit die Matratze genügend Zeit hat, wieder ganz trocken zu werden, bevor man sie am Abend wieder braucht. Wer bei der Matratzenreinigung mit dem Dampfreiniger etwas skeptisch oder unsicher ist, sollte sich zur Sicherheit vorab bei einem Fachmann im Fachgeschäft informieren und beraten lassen.

Matratzenüberzug verwenden

Neue moderne Matratzen verfügen inzwischen über einen abnehmbaren und waschbaren Überzug. Solche Schutzbezüge erschweren den Hausstaubmilben das Leben erheblich! Die Matratzenüberzüge sind meist mit einem Reißverschluss ausgestattet und lassen sich somit leicht von der Matratze abnehmen. In der Regel kann man den Matratzenüberzug in der Waschmaschine bei mindestens 60 Grad oder teilweise sogar mit dem Kochwaschprogramm, also bei 95 Grad, waschen (je nach Herstellerangaben). Da der Mensch nachts im Bett bis zu 1,5 Liter Flüssigkeit verliert, ist es ratsam, die Matratzenbezüge alle 3 bis 4 Monate abzunehmen und zu waschen. Für Allergiker ist es natürlich sinnvoll und besser, den Matratzenbezug öfter in die Waschmaschine zu stecken.

Weitere Infos zur Matratzen Hygiene

Grundsätzlich sollte man die Matratze bei jedem Wechsel der Bettwäsche aus dem Überzug nehmen, aufgestellt bei offenem Fenster etwas auslüften lassen und danach kurz absaugen. Den Matratzenschonbezug im Freien ausschütteln und anschließend die Matratze wieder damit überziehen.

Empfehlenswert ist, die Matratze in diesem Zuge auch gleich zu wenden und zwar: von oben nach unten und gleichzeitig die Kopfseite mit der Fußseite tauschen. Meist ist dies problemlos möglich, weil fast alle Matratzen mit Liegezonen symmetrisch geschnitten sind. Dennoch gibt es wenige Modelle, bei denen die verschiedenen Zonen von unterschiedlicher Härte sind und diese Matratzen deshalb nicht gedreht werden können. Welche Vor- und Nachteile die einzelnen Matratzen Modelle haben und ob man eine Matratze wenden kann oder nicht, darüber sollte man sich schon beim Kauf der Matratze informieren und beraten lassen.
Dreht man die Matratze in regelmäßigen Abständen, z. B. einmal monatlich um, nutzt sie sich gleichmäßiger ab und es entsteht keine Kuhle in der Mitte der Matratze. Gleichzeitig wird die Matratze durch häufigeres Drehen und Wenden besser belüftet.

Um sicher zu gehen, dass die Matratze stets gut auslüften kann und es im Laufe der Zeit nicht zu Stock- und Schimmelflecken in der Matratze kommt, sollte man das ganze Schlafzimmer regelmäßig richtig lüften. Die beste Luftzufuhr bzw. Luftzirkulation erreicht man durch Stoßlüften.

Damit die Feuchte gut aus der Matratze entweichen und die Luft besser zirkulieren kann, ist es sinnvoll, sich morgens mit dem Betten machen etwas Zeit zu lassen und die Bettdecke und das Kissen täglich eine Weile von der Matratze herunter zu nehmen, aufzuschütteln, über eine Stuhllehne zu hängen und separat am offenen Fenster auslüften zu lassen.

Und nun ein paar Ratschläge, wie man Flecken aus der Matratze entfernen kann:

Egal in welchen Textilien oder Materialien sich Flecken befinden und um was für Flecken es sich handelt, generell gilt: je schneller Flecken behandelt werden, umso einfacher lassen sie sich entfernen. Daher sollte man auch Flecken auf der Matratze möglichst schnell zu Leibe rücken, um sie wieder komplett raus zu bekommen.
Während sich frische Flecken in der Matratze meistens relativ einfach mit Hausmittel beseitigen lassen, ist für ältere, bereits eingetrocknete Flecken oft auch ein Spezialreiniger zur Fleckenentfernung nötig.

Weiterer Tipp: Damit der Fleck samt dem Fleckentferner und der Feuchtigkeit nicht tiefer ins Gewebe eindringen kann, sollte man die Matratze grundsätzlich immer aufstellen, bevor man mit der Fleckentfernung beginnt und noch zusätzlich während der Fleckenbehandlung ein zusammengerolltes Handtuch unter den Fleck halten.

Wichtiger Hinweis: Egal, wie und was für Flecken aus der Matratze entfernt werden. In jedem Fall muss man die Matratze nach der Fleckentfernung sorgfältig trocknen lassen, bevor sie neu bezogen wird.

Blutflecken
Wie alle Flecken lassen sich auch Blutflecken auf der Matratze am besten entfernen, solange sie noch frisch sind. Zuerst kann man versuchen, frische Blutflecken mit kaltem Wasser aus der Matratze heraus zu bekommen. Dazu einfach kaltes Wasser in eine Schüssel oder Sprühflasche geben, einen weißen saugfähigen Lappen nehmen und den Fleck großzügig mit dem kalten Wasser auswaschen. Dennoch die Matratze nicht zu nass machen! Diesen Vorgang ggf. wiederholen, bis sich beim Trockentupfen keine Blutspuren mehr auf dem Lappen oder Küchenpapier befinden.
Eventuell zurück bleibende Ränder kann man mit Gallseife oder Feinwaschmittel behandeln, diese Mittel kurz einwirken lassen, dann ebenfalls mit klarem Wasser beseitigen.
Auch Hausmittel wie Backpulver oder Soda können helfen, um Blutflecken in der Matratze wieder los zu werden. Hierfür etwas kaltes Wasser auf den Blutfleck geben, dann entweder Backpulver oder Soda darauf streuen bzw. verreiben und das Gemisch etwa 30 Minuten einwirken lassen. Nach der Einwirkzeit die betroffene Stelle mit einem feuchten Lappen vorsichtig auswaschen.
Ferner kann man eine dicke Paste aus Natron und Wasser anrühren, diese auf den Blutfleck auftragen, gut trocknen lassen, dann mit einem sauberen Tuch entfernen. Bei Bedarf den Vorgang wiederholen! Der Vorteil hierbei ist, dass Natron gleichzeitig eine desinfizierende Wirkung hat.
Ebenfalls lassen sich Blutflecken in der Matratze mit Salz und Zitronensaft entfernen. Aus normalem Speisesalz und Zitronensaft eine Paste herstellen und auf den Fleck auftragen, zirka eine Stunde einwirken lassen und anschließend die Salz-Zitronen-Paste mit Küchenkrepp beseitigen. Danach die betroffene Fläche mit kaltem Wasser und einem Tuch abwaschen.

Urinflecken
Urinflecken in der Matratze sind aufgrund des Geruchs zwar unangenehm, doch bei schneller und richtiger Behandlung relativ einfach zu entfernen.
Bei noch frischen, nassen oder feuchten Urinflecken sollte man zunächst mit etwas Toilettenpapier, Küchenpapier oder einem saugfähigen Tuch versuchen, schon mal einen Teil der Flüssigkeit aufzunehmen und den Flecken danach umgehend beseitigen.
Hierzu den Urinfleck mit warmem Spülmittelwasser und einem Lappen sorgfältig auswaschen, daraufhin zur Neutralisierung des Geruchs die entsprechende Stelle mit etwas Essigwasser abtupfen.
Des Weiteren kann man zur Entfernung von Urinflecken so vorgehen: Den Fleck großzügig mit Zitronensaft oder Essig benetzen, trocknen lassen und danach den Urinfleck mit einer weichen Bürste behandeln bzw. herausbürsten. Anschließend die gesäuberte Fläche mit Desinfektionsspray einsprühen!

Kaffeeflecken
Um Kaffeeflecken in der Matratze zu entfernen, kann man kohlensäurehaltiges Mineralwasser verwenden. Kurzerhand den Kaffeefleck mit prickelndem Mineralwasser befeuchten bzw. auswaschen und warten bis die Matratze wieder trocken ist. Durch die Kohlensäure lösen sich die Farbmoleküle aus dem Material. Somit lassen sie sich ganz einfach mit einem Lappen beseitigen.
Teilweise ist sogar lauwarmes Wasser ausreichend, um einen Kaffeefleck aus der Matratze heraus zu bekommen – einfach den Fleck mit lauwarmem Wasser und einem Tuch herauswischen.
Handelt es sich um alte und hartnäckige Kaffeeflecken, kann Gallseife gute Dienste leisten, um diese wieder los zu werden. Ein wenig Gallseife auf ein feuchtes Tuch geben, den Fleck vorsichtig damit einreiben, kurz einwirken lassen, dann den Fleck samt Seifenreste mit lauwarmem Wasser und einem Tuch beseitigen.

Erbrochenes bzw. Spuckflecken entfernen
Flecken durch Erbrochenes kann man mit Natron aus der Matratze entfernen. Allerdings sollte man als erstes das Gröbste mit einem Küchenpapier beseitigen. Dann aus 3 Esslöffel Natron-Pulver und 2 Esslöffel Wasser eine Paste anrühren, diese mit einem Tuch oder Schwamm auf den Spuckflecken auftragen und in das Gewebe einreiben. Die Natron-Paste einwirken und trocknen lassen, danach die betroffene Stelle auf der Matratze sorgfältig absaugen. Nicht nur Kotzflecken (wie Flecken durch Erbrochenes häufig genannt wird), sondern auch Urinflecken oder Blutflecken kann man auf diese Weise mit Natron entfernen.

Bringen die Hausmittel nicht den gewünschten Erfolg, sollte man sich einen speziellen Fleckenentferner kaufen und diesen nach Gebrauchsanleitung anwenden.

Die Matratze komplett mit Natron reinigen – geht schnell, ist effektiv und einfach!

Neben der Fleckenentfernung ist Natron auch ideal, um die ganze Matratze gründlich zu reinigen, denn es wirkt desinfizierend und neutralisiert unangenehme Gerüche. Außerdem ist eine Feuchtreinigung der Matratze mit Natron durchaus hilfreich, um Milben und Bakterien in der Matratze zu bekämpfen. Um die Matratze vollständig zu reinigen, werden etwa 200g Natron (Pulver) benötigt.

Zur Matratzenreinigung mit Natron gibt es zwei Methoden: Entweder die Trockenreinigung oder eine feuchte Reinigung.
Bei der trockenen Reinigung das Natron-Pulver auf der ganzen Matratze verteilen, mehrere Stunden einwirken lassen, dann das Natronpulver bzw. die Matratze komplett mit dem Staubsauger absaugen.

Bei einer feuchten Reinigung das Natronpulver ebenfalls über die ganze Matratze verteilen, dann ein Tuch oder einen Schwamm mit heißem Wasser gut anfeuchten und das Natron-Pulver damit auf der ganzen Fläche verreiben, mehrere Stunden einwirken und trocknen lassen. Damit die Matratze samt der Natron-Paste genug Zeit zum trocknen hat, sollte man die feuchte Matratzenreinigung am frühen Morgen durchführen. Ist die Matratze am Abend trotzdem noch nicht ganz trocken, kann man den Trocknungsvorgang mit dem Föhn vorantreiben. Nach dem Trocknen alle gelösten Verschmutzungen und die verbliebenen Natron-Rückstände mit dem Staubsauger von der Matratze entfernen.

Matratze professionell reinigen lassen

Am einfachsten und effektivsten ist es natürlich, eine professionelle Matratzenreinigung von einem Fachmann durchführen zu lassen. Mit einem speziellen Reinigungsgerät werden Keime abgetötet und auch Milben beseitigt, so dass die Matratze wieder richtig sauber ist.

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